Im August 2008 begann eigentlich unerwartet eine neue und schöne Sportzeit für mich, Fitnesstraining und Freizeitgestaltung im Freizeitpark 21.
21 deshalb, weil sich das große Areal im 21. Wiener Bezirk befindet.
Warum mache ich Fitnesstraining?
Ich möchte einerseits etwas Sinnvolles mit meiner Freizeit anfangen und andererseits schlank, beweglich, fit und gesund bleiben. Welche Frau träumt nicht von einer schönen Figur und einem attraktiven Äußeren? Das Älterwerden lässt sich zwar trotzdem nicht aufhalten, man fühlt sich aber jünger und vitalter, tut man etwas für Körper und Geist.
Als ich am 26. Juli bei der Eröffnung das erste Mal den Freizeitpark 21 betrat, stieg mir der für mich angenehme Geruch von "alles neu" in die Nase. Ich liebe diesen Duft nach neuen Geräten, Teppichen, Gummi, der Einrichtung etc. Er vermittelt den Eindruck von Sauberkeit, ungebraucht, alles sieht optisch rein und na einfach volkommen neu aus. Ich passe automatisch besser auf und möchte alles sauber halten, als würde es mir gehören
Die ersten paar darauffolgenden Wochen alleine trainieren hatte ich aufgrund meiner Sehbehinderung ziemliche Probleme, auch wenn mir die Trainer aufmerksam halfen. Aber auch die anderen Trainer lernte ich schnell kennen und schätzen. Das Fitnesscenter ist auf einer Ebene, groß, durch viele Fenster, Türen und Spiegel sehr hell, wirkt offen, einladend und fürs Training anspornend. Bis ich mir mit dem "Sehrest" merken konnte, wo welches Gerät stand und wieviel Schritte es bis dort- oder dahin waren, vergingen Stunden und passierten auch kleine Verletzungen und Pannen. Ich ging zwar eh langsam, trotzdem stieß ich mit dem Gesicht gegen Querstangen, stolperte über die Beine von Hantelbänken, haute mir die Zehen an Geräten an, zwickte mir die Finger an den nochstreng zu handhabenden Karabinerhaken ein etc. In fremder Umgebung gehören solche "Unfälle" fast zum Alltag und auch wenn ich mich dann über die 16 % Sehen auf nur einem Auge ärgere oder kränke, ich lasse mich davon letztlich nicht unterkriegen und besonders im Freizeitpark nicht, da es mir mit allem drum und dran dort sehr gefällt.
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Tatkräftig halfen mir auch neben dem Restsehen die anderen Sinne. Ich spüre an der Bodenbeschaffenheit, wo ich bin, denn jeder Bereich hat kleine Auffälligkeiten wie zB eine Rille, Naht, Unebenheit oder Struktur. Die Akustik informiert mich, wenn die Musik nicht zu laut ist, wo im Raum ich mich befinde bzw. auch den Abstand zu den Geräten. Ich höre am Atmen oder auch Reden der Leute, an welcher Maschine er/sie grad trainiert und spüre es auch an der Körperwärme. Grad im Sport schwitzen die Leute vermehrt oder atmen lauter, hilfreich für mich. Ich gehe zur eigenen Sicherheit nie schnell oder zwischen den Geräten durch, sondern benutze die breiteren Gänge. Die Anzahl der Kilos von Scheiben oder Kurzhanteln spüre ich, dank jahrelanger Erfahrung, schon am Angreifen und merke mir auch genau, wo ich sie hinstelle oder lege, wenn ich sie benutze bzw. wo sie wieder hin gehören. Ich greife mit den Fingern die Löcher, damit ich weiß, bei welcher Platte ich den Splint fürs Gewicht reinstecken muss. Ich zähle die Schritte bis zB zum Crosstrainer, merke mir beim anschließenden Reinigen wo ich war und orientire mich auch an den Fenstern bzw. der Schallveränderung, wenn ich mich bewege. Ich muss stets voll konzentriert bei der Sache sein und wirke dadurch auf andere mitunter abweisend und ernst. Mit der Zeit kenne ich den Raum so gut wie auswendig und so kann ich auf Trainierende offen zugehen, spreche sie an, helfe wenn ich sehe, Jemand Neues tut sich schwer, möchte aufgeschlossen und freundlich sein.
Wie sehe ich, ich versuche es ein wenig zu erklären:
Wenn die Sonne scheint, blenden mich die großen Fensterfronten, denn es entsteht ein Licht- und Schattensehen. Menschen und Geräte wirken dann wie Silhouetten.
Durch die vielen Spiegelwände erscheint für mich ein Raum größer, ich weiß zwar, da geht es nicht weiter, es ist aber schwer, die Entfernung einzuschätzen, wo beginnt der Spiegel und hört der Raum auf. Da heißt es langsam gehen, so kann ich rechtzeitig abbremsen.
Viele Trainierende können ihre Haltumg im Spiegel beobachten, das ist mir nur eingeschränkt möglich, was mitunter zu Haltungs- und Trainingsfehlern führt.
Obwohl ich meist mit einem Button (gelb mit drei schwarzen Punkten) als sehbehindert gekennzeichnet bin, kommt es vor, dass Trainierende mich ignorieren, weil ich sie nicht von mir aus grüße oder nicht ausweiche, was mir schwerer fällt als ihnen. Ich erkenne bekannte Menschen hauptsächlich bei guten Lichtverhältnissen, wenn sie ein vertrautes Trainingsgewand anhaben oder an ihrer Stimme.
Außer dem Fitnesscenter hat der Freizeitpark aber noch viel mehr zu bieten und ist inzwischen so etwas wie ein Zweitwohnsitz bzw. ein zweites "daheim" geworden.
Ich hatte im August und dem warmen September noch die Möglichkeit, auf 1400 m² den Swimmingpool samt Badelandschaft zu genießen. Das frische Wasser war im Naturpool herrlich, weil chlorfrei und somit biologisch. Nach ausgiebigem Schwimmen lag ich im Liegestuhl in der Sonne oder spannte mir den Schirm auf, wenn es mir zu heiß oder blendend wurde. Im Hintergrund vermittelte das leise Plätschern des zufließenden Wassers zwecks Austausch eine romantische und beruhigende Stimmung. Wenn die vielen Türen im Fitnesscenter offen sind, hört man es auch von innen. Es erinnert an Sommerfeeling, Ferien, einfach Freizeit. Die frische Luft im Fitnessstudio und die herrliche Aussicht sind Balsam für Körper und Seele
Es gibt einen großen Innen- und Außenbereich mit vielen Tischen und Sesseln. Der Boden draußen ist farblich unterschiedlich und so für mich eine gute Orientierungshilfe, auch wenn er sicher nicht deshalb so gestaltet wurde *g*.
Im Sportrestaurant gibts Allerlei zu konsumieren und im Sommer saß ich gern im Freien und genoss die freie und weite Aussicht auf die Badelandschaft und Tennisplätze. Es war angenehm und spannend zugleich, den Tennisspielern zuzuhören, denn sehen konnte ich sie nur schemenhaft, obwohl sie in meiner unmittelbaren Umgebung spielten.
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Der Freizeitpark 21 ist etwas abseits vom Straßen- und Stadtlärm in der Hopfengasse. Dadurch ist es still, als wäre man auf Urlaub oder Erholung. Ich genieße die Ruhe und Idylle, den wundervollen Ausblick in den Himmel und das Areal aber ich weiß, es geht nicht nur mir so.
Der Freizeitpark besteht erst seit realtiv kurzer Zeit. Ich schätze zwar die Ruhe und weil noch nicht so viele Leute sind, aber fürs Geschäft ists natürlich besser, wenn mehr Betrieb ist. Von Fitness über Tennis, schwimmen, Speis und Trank bieten sich für jeden Besucher viele Möglichkeiten, die Freizeit individuell und nach den Bedürfnissen zu gestalten. Es ist alles eben (keine Stufe), frei und großräumig, familiäre Atmosphäre, es sind immer Trainer anwesend, Wellnes und wohlfühlen pur. Ich kann nur jedem mit Begeisterung vorschwärmen, kommen muss/darf er/sie selber *lächel*.
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Letztes Update 23. Februar 2009
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