Die neue Zielscheibe

Die Firma Swarovski entwarf lange Zeit Schießscheiben für sehbehinderte und blinde Luftgewehrschützen. Frühere Produktionen waren einseitig bedruckt, also innen weiß, außen schwarz und ohne Rückseite. Diese war in den frühen 80-er Jahren noch kein Thema, da es keine Auswertemaschinen gab. Man ermittelte Ergebnisse mit den Augen bzw. mit dem Scheibenstecher.

nationale Scheibe

Bei dieser Disziplin, die sich "stehend aufgelegt" nennt, ist es "relativ" einfach, die Scheibenmitte und somit den höchsten Ton zu finden. Man hat auch die Möglichkeit, geringfügige Tonabweichungen nach links, rechts, oben oder unten in Ruhe auszugleichen und erzielt somit ein sehr gutes Ergebnis

Ich beim Bewerb stehend aufgelegt

Ganz anders stellt sich die Situation beim internationalen Bewerb "stehend frei" dar.
Hier ist es nicht mehr so einfach, die Scheibenmitte zu finden und hört man den höchsten Ton, so hat man durch das Gewicht des Gewehrs nicht mehr die Möglichkeit in Ruhe zu testen, ob es auch wirklich der "richtige" ist.

Ich beim Bewerb stehend frei

Das geeignete Outfit, Atemtechnik und der Umgang mit dem Druckpunkt sind besonders wichtig, um zu einem guten Ergebnis zu gelangen. Ringanzahlen mit den Augen zu ermitteln, wurde international zu ungenau, so kamen Auswertemaschinen auf den Markt. Das Problem war aber, sie konnten die innen weiße und außen schwarze Scheibe nicht auslesen.

Aus diesem Grund hat die Firma "eggerdruck gmbH. in Imst" andere Scheiben entworfen. Auf der Vorderseite sehen sie wie die nationale Scheibe aus, auf der Rückseite ist eine Luftpistolenscheibe abgedruckt, damit mittels Auswertemaschine eindeutige Ringzahlen ermittelt werden können.
Sinn der doppelt bedruckten Scheibe ist, mit der Spezialoptik der Firma Swarovski, die sich auf dem Gewehr beftndet, auf der Vorderseite ins Weiße zu zielen und auf der Rückseite ins Schwarze zu treffen. Die Vorderseite zu bedrucken, gestaltete sich bisher aber leider als sehr problematisch. Entweder war der Nullbereich, also in unserem Fall das Weiße der Vorderseite zu klein oder die Kontrastierung der Farbgebung zwischen diesem Zehner und dem Neuner/Achter war zu schwach, so dass die Spezialoptik das wahre Zentrum nicht erkennen konnte. So verwendeten wir jahrelang sogenannte Schablonen, die wir uns selbst anfertigten.

links die Lupi-Scheibe, rechts die angefertigte Schablone

Die Schablone und dahinter die Lupi-Scheiben

Diese Lösung war aber deshalb nicht besonders günstig und eigentlich eine Notlösung, weil hinter die Schablone die Luftpistolenscheibe gesteckt wurde. So zielten wir unterhalb ins Weiße und trafen oberhalb ins Schwarze.
Oft verrutschten die beiden Scheiben beim Stecken in die Halterung des Seilzuges, so dass wir wohl richtig zielten, aber nicht dorthin trafen, wo wir wollten und sollten. Zu diesem ungünstigen Ergebnis führte auch das Verkanten des Gewehres.

Mich zermürbte diese Art des "Glückspiels", so dass ich beschloss, dem abzuhelfen. Zu diesem Zweck traf ich mich mit Herrn Thomas Egger, was zu einem sehr erfolgreichen Ergebenis führte, wie man an der neuen Schießscheibe sieht, von der er mir zur Probe eine gewisse Anzahl schickte.
Die Optik kann nun eindeutig erkennen, wo sich die Scheibenmitte befindet, da der Zentrumsbereich eindeutig weiß und der Kontrast zum Achter etc. deutlich dunkler ist. Am Ergebnis sieht man, dass diese Scheibe Zukunft hat.

die neue Zielscheibe.t  Ich traf nur Zehner, also die Scheibenmitte


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Letztes Update 13. März 2008
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